02.06.2026

OBS Hattorf - Vier Unterrichtsräume seit zwei Jahren gesperrt – CDU fordert Aufklärung zu Kosten, Verzögerungen und Verantwortung der Kreisverwaltung

Hattorf am Harz. Die CDU-Kreistagsfraktion hat sich bei einem Ortstermin an der Oberschule Hattorf über den aktuellen Stand der Sanierung der seit 2024 gesperrten mobilen Unterrichtsräume informiert. Gemeinsam mit dem kommissarischen Schulleiter, Dominik Wiegand, wurde augenscheinlich, dass die betroffenen Räume weitgehend fertiggestellt sind. Neue Decken wurden eingebaut, umfangreiche Maler- und Sanierungsarbeiten durchgeführt. Dennoch können die vier Unterrichtsräume bis heute nicht wieder für den Schulbetrieb genutzt werden.


„Es ist kaum nachvollziehbar, dass nach mittlerweile zwei Jahren Sanierungszeit und zahlreichen angekündigten Fertigstellungsterminen noch immer keine vollständige Freigabe der Räume erfolgt ist“, erklärt der schulpolitische Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion, Till Theele. „Die Leidtragenden sind die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte. Die Schule muss dauerhaft auf Fachräume und wichtige Unterrichtsflächen verzichten. Das beeinträchtigt den Schulalltag erheblich.“
Die Oberschule Hattorf mit rund 250 Schülerinnen und Schülern und zwölf Klassen ist aufgrund des Raumdefizits gezwungen, die Aula, die Gymnastikhalle sowie Fachräume für den regulären Unterricht zu nutzen. Vor diesem Hintergrund hat die CDU-Fraktion eine umfangreiche Anfrage für die nächste Sitzung des Schulausschusses eingebracht.


„Wir wollen endlich Klarheit darüber erhalten, warum die Maßnahme trotz zahlreicher Gutachten, Nachbesserungen und erheblicher finanzieller Aufwendungen noch immer nicht abgeschlossen werden konnte, die politischen Gremien wurden über die wiederholten Verzögerungen und Probleme aus unserer Sicht nur unzureichend informiert“, so Theele.


Auch der finanzpolitische Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion, Harm Adam, fordert Transparenz über die bislang entstandenen Kosten und die Verantwortung innerhalb der Kreisverwaltung: „Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, welche finanziellen Belastungen dem Landkreis durch die jahrelangen Sanierungsarbeiten, Gutachten, Nachbesserungen und mögliche Rechtsstreitigkeiten entstanden sind. Die Schwierigkeiten begleiten dieses Projekt seit Jahren. Deshalb muss auch aufgearbeitet werden, welche Maßnahmen die Kreisverwaltung unter der Leitung des mittlerweile suspendierten Landrats Marcel Riethig (ehemals SPD) ergriffen hat und warum diese offensichtlich nicht zum Erfolg geführt haben“, betont Adam. „Wer über Jahre die politische Verantwortung für die Kreisverwaltung trägt, kann sich bei einer derart langen Kette von Verzögerungen nicht hinter Verfahrensabläufen oder einer angeblich trägen Verwaltung verstecken.“


Die CDU-Fraktion erwartet von der Kreisverwaltung im Schulausschuss eine umfassende Darstellung des aktuellen Sachstandes, der noch ausstehenden Arbeiten, der bisherigen Kosten sowie einen verbindlichen Zeitplan für die vollständige Wiederinbetriebnahme aller Unterrichtsräume.

gez. Till Theele Schulpolitischer Sprecher & Harm Adam Finanzpolitischer Sprecher CDU-Fraktion

Anfrage
Zur Sitzung des Schulausschusses am 09.06.2026


Sachstand der Sanierung und Wiederinbetriebnahme der Unterrichtsräume an der Oberschule Hattorf am Harz

Sehr geehrte Frau Fragel,
seit dem Jahr 2024 stehen vier „mobile Unterrichtsräume“ der Oberschule Hattorf aufgrund nicht ausreichender Raumluftmessungen nicht für den Schulbetrieb zur Verfügung. Trotz zahlreicher Sanierungsmaßnahmen, Gutachten, Nachbesserungen und wiederholter Ankündigungen einer zeitnahen Fertigstellung konnten die Arbeiten bis heute nicht vollständig abgeschlossen werden. Die CDU-Fraktion hat sich bei einem Ortstermin ein Bild von der Situation gemacht. Dabei war festzustellen, dass die betroffenen Räume augenscheinlich weitgehend fertiggestellt sind. So wurden unter anderem neue Decken eingebaut sowie umfangreiche Maler- und Sanierungsarbeiten durchgeführt. Dennoch liegt bis heute keine Freigabe für die schulische Nutzung vor. Vor dem Hintergrund des erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwandes wirft dies Fragen zum tatsächlichen Stand der Maßnahme und zu den weiterhin bestehenden Hindernissen auf. Zugleich wurde deutlich, dass die anhaltenden Einschränkungen erhebliche Auswirkungen auf den Schulbetrieb haben. Aufgrund des Raummangels müssen unter anderem die Aula, die Gymnastikhalle, ein Computerraum sowie ein Naturwissenschaftsraum dauerhaft als allgemeine Unterrichtsräume genutzt werden. Hierunter leidet das pädagogische Konzept der Schule erheblich. Insbesondere fehlen Fachräume und Bewegungsflächen für die Schülerinnen und Schüler. Die Oberschule Hattorf ist mit rund 250 Schülerinnen und Schülern und zwölf Klassen solide zweizügig aufgestellt und benötigt die vorhandenen Räumlichkeiten für einen ordnungsgemäßen Unterrichtsbetrieb. Die Chronologie der vergangenen Jahre zeigt eine Vielzahl von Schäden, Nachbesserungen, erneuten Untersuchungen und Verzögerungen. Dennoch stehen auch im Frühjahr 2026 weiterhin nicht alle Räume zur Verfügung.

Vor diesem Hintergrund bitte ich Sie, mir folgende Fragen zu beantworten:

  1. Wie stellt sich der aktuelle Sachstand der Sanierungsmaßnahmen an der Containeranlage der Oberschule Hattorf dar?
  2. Welche konkreten Arbeiten sind derzeit noch ausstehend?
  3. Aus welchen Gründen konnten die Sanierungsmaßnahmen bislang nicht vollständig abgeschlossen werden?
  4. Welche Ergebnisse liegen aus den zuletzt durchgeführten Raumluft- und Materialmessungen vor?
  5. Welche Ursachen wurden für die weiterhin erhöhten Messwerte in den betroffenen Räumen festgestellt?
  6. Welche weiteren Maßnahmen sind vorgesehen, um die verbliebenen Mängel dauerhaft zu beseitigen?
  7. Wann rechnet die Kreisverwaltung mit einer vollständigen Freigabe aller vier Unterrichtsräume?
  8. Welche Kosten sind dem Landkreis bislang durch die Sanierungsmaßnahmen, Gutachten, Nachbesserungen und rechtlichen Auseinandersetzungen entstanden?
  9. In welchem Umfang konnten beziehungsweise können Regressansprüche gegenüber beteiligten Unternehmen geltend gemacht werden?
  10. Wie bewertet die Kreisverwaltung die Auswirkungen der fehlenden Unterrichtsräume auf den Schulbetrieb und das pädagogische Konzept der OBS Hattorf?
  11. Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um die Schule während der langen Sanierungsphase bei der Aufrechterhaltung eines geordneten Unterrichtsbetriebes zu unterstützen?
  12. Warum erfolgt nach Einschätzung der Schule die Kommunikation über den Fortgang der Maßnahmen nur sehr eingeschränkt und wie soll künftig eine transparentere Information von Schule, Elternschaft und Politik sichergestellt werden?
  13. Aus welchen Gründen erfolgte keine frühere Unterrichtung der politischen Gremien über die anhaltenden Probleme, Verzögerungen und wiederholt verschobenen Fertigstellungstermine?
  14. Welche Lehren zieht die Kreisverwaltung aus dem bisherigen Verlauf der Baumaßnahme, um vergleichbare Entwicklungen bei zukünftigen Schulbauprojekten zu vermeiden? Mit freundlichen Grüßen Till Theele Schulpolitischer Sprecher CDU-Fraktion

Mit freundlichen Grüßen

Till Theele

Schulpolitischer Sprecher

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